Wie viel Lebenszeit verbringen wir damit, unseren Körper zu bewerten?
Zu dick, zu dünn, zu alt, zu weich, zu faltig, nicht schön genug. Und woher kommt dieser Blick eigentlich?
Nadine kennt ihn sehr gut. Fast ihr ganzes Leben lang hat sie ihren Körper versteckt. Kommentare von außen, Schönheitsideale und der ständige Vergleich wurden irgendwann zu ihrer eigenen inneren Stimme. Mit 16 rutschte sie in eine Essstörung. Die überwand sie – ihr negatives Körperbild blieb.
Bis sie mit ihrer Familie an den Starnberger See zog. Nadine liebt Wasser. Trotzdem stand sie dort eines Tages mit ihrem kleinen Sohn am Steg und wusste: Wenn ich da reingehe, muss ich mich zeigen.
Und plötzlich wurde ihr bewusst, wie viel ihr dieser Blick auf den eigenen Körper längst genommen hatte: Leichtigkeit, Erlebnisse, Nähe – Lebenszeit.
Nadine beschloss hinzuschauen. Als Grafikdesignerin und Künstlerin begann sie, mit Bildern ihres eigenen Körpers zu arbeiten und sich mit der Frage auseinanderzusetzen: Woher kommt dieses Bild von mir? Und kann ich es verändern?
Was dabei entstand, veränderte nicht nur ihren Blick auf ihren Körper, sondern auch auf sich selbst.
Heute beschäftigt Nadine die größere Frage dahinter: Wie sehr prägen äußere Bilder und Bewertungen das Verhältnis, das wir zu unserem Körper haben? Und wie können wir einen neuen, wohlwollenderen Blick entwickeln, ohne uns gleich selbst lieben zu müssen?
Über ihre Kunst entwickelt sie gemeinsam mit Frauen neue Körperbilder – und möchte dazu beitragen, ein Narrativ zu verändern, das viel zu vielen Frauen Kraft, Freiheit und Lebenszeit nimmt.
Dass sie damit jetzt auf eine Bühne geht, ist Teil dieser Geschichte.
Vor einigen Jahren war es für Nadine kaum vorstellbar, im Bikini ins Wasser zu gehen. Heute stellt sie sich vor rund 50 Frauen und erzählt von etwas, das sie jahrzehntelang am liebsten verborgen hat.
Weil jetzt die Zeit ist, sich zu zeigen. Und weil sie etwas verändern will.
Am 21. November steht Nadine beim WOMEN’S HUB DAY in der LA VILLAauf unserer Bühne.
Mein neues Körperbild. Keine Liebesgeschichte.
Eine persönliche Geschichte über Scham, Sichtbarkeit und Akzeptanz – und eine Einladung, gemeinsam zu hinterfragen, welche Bilder von Körpern wir weitertragen wollen und welche nicht.